Rétromobile 2026
Mercedes-Benz baute Classic-Partner-Netz in Frankreich aus
Mercedes-Benz Classic nutzte die Rétromobile 2026 in Paris, um gleich mehrere Schwerpunkte zu setzen: Im Mittelpunkt standen exklusive Klassiker mit Startplatzgarantie für die 1000 Miglia 2026, ein spektakulärer 300 SL Roadster als Scheunenfund sowie der Ausbau des internationalen Classic-Partner-Netzwerks in Frankreich.
Die Leitmesse für klassische Fahrzeuge fand vom 28. Januar bis 1. Februar 2026 statt. Mercedes-Benz Classic stellte seinen Auftritt dabei ganz in den Kontext des Jubiläumsjahres 2026, in dem die Marke 140 Jahre Automobilgeschichte seit der Erfindung des Automobils in den Fokus rückte.
Im Zentrum des Messeauftritts stand die 1000 Miglia. Auf dem 255 Quadratmeter großen Stand in Halle 7.3 der Paris Expo Porte de Versailles präsentierte Mercedes-Benz Classic mehrere Fahrzeuge mit direktem Bezug zum berühmten italienischen Langstreckenrennen. Dazu gehörte ein Mercedes-Benz 300 SLR Rennsportwagen von 1955 aus der eigenen Fahrzeugsammlung. Das Modell erinnerte an den historischen Erfolg der Marke bei der Mille Miglia 1955, als Stirling Moss und Denis Jenkinson im 300 SLR den Gesamtsieg einfuhren. Ebenfalls erfolgreich war Mercedes-Benz damals mit dem 300 SL „Flügeltürer“ in der Gran-Turismo-Klasse sowie mit dem 180 D in der Dieselwertung.
Ein zentrales Verkaufsangebot in Paris waren drei Klassiker aus den 1950er-Jahren, die jeweils mit einer Startplatzgarantie für die 1000 Miglia vom 9. bis 13. Juni 2026 angeboten wurden. Präsentiert wurden ein Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“ von 1955, ein 220 „Ponton“ von 1955 und ein 190 SL von 1956. Käufer erhielten damit die Möglichkeit, im Rahmen des Mercedes-Benz Werksteams an der traditionsreichen Gleichmäßigkeitsfahrt in Italien teilzunehmen.
Ergänzt wurde das Angebot rund um die Mille Miglia durch den Fahrsimulator „417 Legacy Edition“, ein Gemeinschaftsprojekt von Roarington und Mercedes-Benz Classic. Der auf sieben Exemplare limitierte Simulator griff den Mercedes-Benz 300 SL von 1955 mit der Startnummer 417 auf und sollte das Fahrerlebnis des damaligen Klassensiegers mit moderner Technik neu erlebbar machen.
Für Aufmerksamkeit sorgte außerdem ein unrestaurierter Mercedes-Benz 300 SL Roadster von 1960, den das Mercedes-Benz Classic Center in Pennsylvania entdeckt hatte. Der offene Sportwagen, der 1961 erstmals zugelassen worden war, wurde als Scheunenfund präsentiert. Das Fahrzeug verfügte laut Hersteller über „Matching Numbers“ und originale Patina und wurde als Basis für eine mögliche Werksrestaurierung angeboten.
Auch beim Servicenetz setzte Mercedes-Benz Classic in Paris ein Zeichen. Die Mercedes-Benz Heritage GmbH nahm mit SAGA Mercedes-Benz La Roche-sur-Yon, SAGA Mercedes-Benz Les Ulis und SAGA Mercedes-Benz Lille die ersten französischen Standorte in das internationale Classic-Partner-Netzwerk auf. Damit war das Netzwerk nun auch in Frankreich vertreten. Die Händlergruppe RCM, zu der SAGA Mercedes-Benz und SAGA Classic gehören, ist seit 1971 aktiv und war bereits seit 2022 mit dem belgischen Standort Nivelles Teil des Netzwerks.









Nach Angaben des Unternehmens umfasste das internationale Classic-Partner-Netzwerk inzwischen 80 Standorte in 17 Ländern. 2025 waren unter anderem Italien, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate hinzugekommen, mit Frankreich folgte auf der Rétromobile 2026 der nächste Markt.
Darüber hinaus stellte Mercedes-Benz Classic Original-Teile in Paris sein aktuelles Ersatzteilprogramm für historische Baureihen vor. Das Sortiment umfasste nach Unternehmensangaben rund 160.000 Positionen. Viele Teile seien innerhalb von 24 Stunden bei fast 3.000 Vertragshändlern in 170 Ländern verfügbar gewesen.
Neben Teilen und Service rückte Mercedes-Benz auch seine Hersteller-Expertise für klassische Fahrzeuge in den Fokus. Diese basiert auf einer technischen Prüfung des Fahrzeugs sowie auf Recherchen in den Archiven der Mercedes-Benz Heritage GmbH und dient dem Nachweis von Originalität und Authentizität historischer Modelle.
Zusätzlich war Mercedes-Benz Classic auf dem Stand der FIA mit einem Mercedes-Benz CLK-LM aus dem Jahr 1998 vertreten. Der Renntourenwagen hatte in der FIA-GT-Meisterschaft 1998 alle Rennen gewonnen, in denen er antrat. Klaus Ludwig und Ricardo Zonta sicherten sich damit den Fahrertitel, AMG-Mercedes gewann die Herstellerwertung.
Mit dem Auftritt auf der Rétromobile 2026 schlug Mercedes-Benz Classic schließlich auch den Bogen zum Jubiläum „140 Jahre Innovation“. Anlass war der 29. Januar 1886, an dem Carl Benz seinen Motorwagen zum Patent anmeldete – ein Datum, das als dokumentierte Geburtsstunde des Automobils gilt.
Quelle: Mercedes-Benz AG


