McLaren McL 6GT
Hommage an Bruce McLarens Supercar-Traum

Mit dem McL 6GT hat McLaren auf der Monterey Car Week 2026 ein Concept-Car enthüllt, das tief in der eigenen Geschichte gräbt: Es greift die Vision von Firmengründer Bruce McLaren auf, der bereits 1969 mit dem M6GT einen straßentauglichen Supercar realisieren wollte – ein Projekt, das durch seinen tödlichen Testunfall unvollendet blieb. Nur drei Prototypen des Original-M6GT entstanden damals.

Der Auftritt in Monterey war dabei keine Überraschung aus dem Nichts: Bereits beim Goodwood Festival of Speed hatte McLaren Special Operations ein originalgetreues Einzelstück des historischen M6GT gebaut und gezeigt, exakt so, wie Bruce McLaren ihn sich einst vorgestellt hatte. Der McL 6GT führt diese Hommage nun als eigenständiges, zukunftsgerichtetes Konzept fort, statt die Vergangenheit nur nachzubauen.

Das Besondere am McL 6GT: ein echtes Schaltgetriebe – zum ersten Mal bei McLaren seit dem legendären F1 von 1992. Ein V8-Verbrennungsmotor treibt ausschließlich die Hinterräder an, ganz ohne Hybrid-Unterstützung. Damit positioniert sich McLaren bewusst gegen den Trend zu Elektrifizierung und Digitalisierung im Supercar-Segment.

CEO Nick Collins beschreibt den McL 6GT als Symbol für die mutige, provokante Zukunft, die McLaren gerade vorbereitet – eine Formulierung, die auch als Signal an eine Marke zu verstehen ist, die zuletzt intern umstrukturiert wurde. Die Neuvorstellung reflektiert dabei das sich wandelnde Design-Verständnis der Marke unter Chief Design Officer Kemal Curić und markiert den ersten sichtbaren Ausdruck eines neuen kreativen Kapitels nach Monaten der Restrukturierung.

Auch im Innenraum setzt McLaren auf spürbare Mechanik statt reiner Digitaltechnik: geriffelte Aluminium-Bedienelemente, eine hydraulische Lenkung und ein Schalthebel, dessen Form und Schaltweg gezielt auf maximales Feedback ausgelegt sind. Ein dreidimensionaler „Speedy Kiwi“ – das ursprüngliche McLaren-Logo – ziert den Schaltknauf als Verweis auf die Firmengeschichte. Digitale Instrumente treffen auf klassisch anmutende, gesteppte Polsterdetails, die bewusst neu interpretiert wurden, statt rein digital zu wirken.

Karosserie und Monocoque bestehen vollständig aus Carbonfaser. Das Design zitiert bewusst die niedrige, breite Silhouette der Rennsportwagen der 1960er-Jahre, kombiniert mit einem markanten Kammheck – eine klare Reminiszenz an den M6A Can-Am-Rennwagen, auf dem der ursprüngliche M6GT basierte. Auch die charakteristischen Rückleuchten des Originals leben in stilisierter Form weiter, ebenso wie Bruce McLarens originales Kennzeichen, das als grafisches Detail im Design verarbeitet wurde.

Der McL 6GT reiht sich damit in einen auffälligen Trend der diesjährigen Monterey Car Week ein: Neben McLaren zeigten auch andere Hersteller bewusst analoge, handgeschaltete Supercars – darunter Gordon Murrays neuer S1 mit V12-Saugmotor und Sechsgang-Handschaltung. Die Botschaft mehrerer Hersteller ist ähnlich: Mechanische Fahrerlebnisse bleiben auch im Zeitalter der Elektrifizierung gefragt.

Der McL 6GT bleibt zunächst ein Concept-Car. Eine Serienversion soll 2028 folgen – zu welchem Preis, hat McLaren bislang nicht offiziell mitgeteilt. Klar ist schon jetzt: Damit schafft McLaren eine neue, hochexklusive Fahrzeugklasse oberhalb des bisherigen Portfolios.

Quelle: McLaren Automotive Presse-Service

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