Hypercar-Unikat
Der Bugatti Destrier

Flacher als jedes andere Modell der Unternehmensgeschichte und vollkommen befreit von flügelstrotzender Aerodynamik: Mit einer spektakulären Einzelanfertigung gewährt die französische Luxusmanufaktur einen faszinierenden Blick auf ihre Designphilosophie. Als drittes Modell des exklusiven Programme Solitaire verwandelt der Newcomer die kompromisslose Technik des Rennstrecken-Monsters Bolide in eine zeitlose Karosserieskulptur. Das Ergebnis misst in der Höhe exakt einen Meter und stellt das Spiel der reinen Proportionen radikal in den Mittelpunkt.

Der Name verweist auf das edelste Streitross mittelalterlicher Ritter. Die Grundidee hinter dem Projekt war denkbar simpel und doch extrem herausfordernd: Was passiert, wenn man das extremste Carbon-Monocoque der Marke von allen Spoilern, Flaps und Lufteinlässen befreit? Das Resultat wirkt wie aus einem Guss. Die Karosserie schmiegt sich tief zwischen die prägnanten Kotflügel, während sich die Taille hinter den Türen dramatisch zusammenzieht, bevor sie über der Hinterachse kraftvoll ausbricht.

„Den Destrier versteht man nicht mit dem Kopf – man fühlt ihn mit dem Herzen. Der Bolide hat uns die extremsten Proportionen ermöglicht, die wir je geschaffen haben. Indem wir sie von der kompromisslosen Jagd nach maximalem Abtrieb befreit haben, konnten sie als reine Skulptur wirken. Ich bin überzeugt, dass dieses Fahrzeug auch in 50 Jahren noch die bedeutendsten Concours d'Elegance bereichern wird.“

Historisch schlägt das Entwicklungsteam damit eine direkte Brücke in die späte Zwischenkriegszeit. Damals diente die technische Basis des legendären Type 57 sowohl als Fundament für den zweifachen Le-Mans-Sieger „Tank“ als auch für das bildschöne Atlantic-Coupé. Dieser Tradition folgend teilen sich Bolide und Destrier das gleiche Chassis, verkörpern aber zwei völlig konträre Welten automobiler Faszination. Eine von Hand gravierte Plakette oberhalb der Windschutzscheibe hält diese historische Ahnenreihe für die Ewigkeit fest.

Für die Karosserie entwickelte Bugatti den maßgeschneiderten Mehrschichtlack „Sapphire Celeste“. In die Farbe eingearbeitete, diamantinspirierte Pigmente verleihen den Formen eine außergewöhnliche optische Tiefe. Als Kontrast dienen von Hand polierte Aluminiumelemente sowie farblich exakt abgestimmtes Sichtcarbon an Frontsplitter und Heckdiffusor. Subtiles Detail im Motorraum: Die veredelten Metalloberflächen besitzen eine gehämmerte Struktur, die optisch an historische Ritterrüstungen erinnert.

Im Innenraum verzichteten die Gestalter komplett auf die nüchterne Rennsport-Atmosphäre des Spenderfahrzeugs. Stattdessen empfängt die Insassen das warme Ambiente eines exklusiven Pariser Schneiderateliers. Die Leder- und Nubukausstattung im Farbton „Ambre Voyageur“ wird durch ein dreidimensional gestricktes Textil ergänzt. Dieses Hightech-Gewebe ist von feinen Kupfergarnen durchzogen, die als schimmernde Akzente das Interieur durchziehen.

Mechanisch setzt das Einzelstück auf bewährte Brillanz: Unter der fließenden Hülle arbeitet unverändert der 8,0-Liter-W16-Motor mit vier Turboladern und 1.600 PS. Doch die schiere Leistung tritt bei diesem Projekt bewusst in den Hintergrund. Die offizielle Weltpremiere feiert das rollende Kunstwerk am 16. August 2026 auf dem elitären Pebble Beach Concours d’Elegance im Rahmen der Monterey Car Week.

Mit dem Destrier beweist Bugatti einmal mehr, dass die Grenzen zwischen extremem Motorsport und zeitloser Kunst fließend sind. Das Einzelstück richtet sich an einen Sammler, der nicht nach der nächsten Rekordrunde sucht, sondern die Faszination für makellose Linien und die höchstgewählte Stufe automobiler Handwerkskunst teilt. Es ist ein Fahrzeug, das nicht für den Moment geschaffen wurde, sondern über Generationen hinweg seinen festen Platz auf den renommiertesten Concours-Bühnen der Welt behaupten wird.

Dieses Projekt setzt zugleich ein leises, aber kraftvolles Zeichen zum bevorstehenden Abschied einer Ära. Während die Automobilwelt zunehmend von Elektrifizierung geprägt wird, feiert der Destrier die physische Präsenz, die Faszination für mechanische Details und die unvergleichliche Aura des legendären W16-Triebwerks ein letztes Mal in seiner reinsten und ästhetischsten Form.

Quelle: BUGATTI AUTOMOBILES S.A.S.

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