Porsche Flachbau RS 2026
Neuauflage des legendären 935 Moby Dick
Ein Porsche-Enthusiast wollte mehr Performance, eine Flachbau-Optik und einen Heckflügel im Stil des 911 GT3 R Rennsport – mit dieser Vorgabe wandte er sich an die Sonderwunsch-Abteilung von Porsche. Entstanden ist ein straßenzugelassenes Werksunikat auf Basis eines 911 GT2 RS (Typ 991.2) mit Weissach-Paket, Baujahr 2018, das gemeinsam mit Manthey realisiert wurde und optisch klar auf den legendären Le-Mans-Rennwagen 935/78 anspielt – besser bekannt unter seinem Spitznamen „Moby Dick“.
Flachbau-Umbauten haben bei Porsche Tradition: Bereits in den 1980er-Jahren bot der Hersteller für den 911 Turbo (Typ 930) eine Variante mit modifizierten Kotflügeln und Klappscheinwerfern an, angelehnt an den 935. Zwischen 1982 und 1989 entstanden davon 948 Einheiten – bis heute gehören Flachbau-Modelle zu den seltensten 911-Varianten überhaupt. Als Porsche sich im Mai 2025 die Markennamen „Flachbau“ und „Flachbau RS“ beim Europäischen Patentamt schützen ließ, sorgte das entsprechend für Spekulationen in der Sportwagen-Szene. Jetzt ist klar: Dahinter steckte dieses Projekt.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Neue Silhouette durch flachere Kotflügel und ein neuartiges Scheinwerfersystem
- Neuer Heckflügel mit S-förmiger Anbindung für mehr Abtrieb
- 31,6 Kilogramm zusätzliche Gewichtsersparnis durch konsequenten Leichtbau
- Umfangreiche Erprobung, unter anderem im Licht- und Windkanal
Rund drei Jahre arbeitete ein interdisziplinäres Team aus Sonderwunsch, Style Porsche, Entwicklungsingenieuren aus Weissach, Porsche Motorsport und Manthey an dem Fahrzeug. Der Antrieb blieb auf Kundenwunsch unverändert – der Fokus lag stattdessen auf Optik, Aerodynamik und Gewicht. Dass ausgerechnet ein bereits konsequent leichtgebautes Modell wie der GT2 RS mit Weissach-Paket als Basis diente, macht die zusätzliche Gewichtsersparnis besonders bemerkenswert.
Für das Design verantwortlich zeichnete Grant Larson, der inzwischen im Ruhestand ist – und der bereits 2018 die moderne 935-Interpretation zum 70-jährigen Porsche-Jubiläum entworfen hatte. Zentrales optisches Merkmal ist die neue Scheinwerfer-Kaskade: Statt der runden Serienscheinwerfer sitzen nun drei terrassenförmig angeordnete LED-Elemente für Fern-, Abblend- und Tagfahrlicht, die einzeln nur wenige Zentimeter hoch sind. Auch die Kotflügel wurden komplett neu geformt und mit schlitzförmigen Luftauslässen („Louvres“) versehen, die die Radkästen entlüften.
Lackiert ist das Unikat in Grandprixweiß – einem Porsche-Farbton, der bereits 1974 eingeführt wurde. Das Team vermaß den Ton eigens an einem historischen 911 aus der Porsche-Sammlung, um ihn originalgetreu zu reproduzieren. Kontrastierende Elemente aus schwarzem Sichtcarbon auf Haube und Dach greifen das U-förmige Designmerkmal des historischen 935/78 im Martini-Look auf.
Aerodynamisch sorgen ein neuer Frontsplitter, CfK-Aerodiscs an den Hinterrädern sowie der neue, in drei Positionen verstellbare Heckflügel für spürbar mehr Abtrieb. Bei 340 km/h Höchstgeschwindigkeit und maximaler Flügelstellung erzeugt der Flachbau RS 554 Kilogramm Abtrieb auf der Hinterachse – zwei bis drei Prozent mehr als ein vergleichbarer GT2 RS mit Manthey-Kit.
Auch im Innenraum dominiert konsequenter Leichtbau: Infotainment-System und Audiokomponenten wurden komplett entfernt, Dämmung und Bodenbeläge größtenteils entfernt. Die Vollschalensitze aus Carbon tragen die Einstickung „Flachbau RS“ mit stilisierter Nordschleifen-Kontur, eine goldfarbene Plakette im Innenraum trägt die Kennzeichnung „Factory One-Off 2026“.
Bevor der Flachbau RS auf die Straße durfte, absolvierte er ein umfangreiches Testprogramm: digitale Crash- und Aerodynamiksimulationen, Belastungstests des Heckflügels auf dem Hydropulser-Prüfstand sowie reale Fahrerprobungen – unter anderem 50 Runden auf der Nürburgring-Nordschleife. Insgesamt entspricht die Beanspruchung des Heckflügels einer Kundennutzung von rund 150.000 Kilometern.
„Der Flachbau RS bleibt auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten extrem stabil und präzise“, resümiert Porsche-Testfahrer Lars Kern, der das Fahrzeug auf dem Nürburgring bewegte. Als ein getarnter Erprobungsträger dort gesichtet wurde, erreichten entsprechende Videos in sozialen Medien innerhalb weniger Stunden bereits über 100.000 Aufrufe.
Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.











